Ein besonderer Besuch bewegte die Schüler/innen und Lehrkräfte der Mittelschule Raabs an der Thaya am 15.10.2025. Die Nachfahren einer jüdischen Familie aus den USA, deren Vorfahren während der NS-Zeit aus Österreich, tatsächlich aus Pfaffenschlag, fliehen mussten, kamen im Rahmen einer Gedenkreise nach Wien, später nach Raabs, um eine Stadtführung zu machen.
Auf dem Plan stand außerdem ein Besuch in der 3. und 4. Klasse Mittelschule, in welcher sie in offenen Gesprächen berichteten, wie sich die Erlebnisse ihrer Familien bis heute auf ihr Leben auswirken.
Die Gäste betonten, wie wichtig ihnen dieser Dialog sei – gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit wieder zunehmen. Auch unsere Schüler/innen sprachen die aktuelle Politik an und zeigten somit, dass das Unterrichtsfach „Geschichte und Politische Bildung“ nicht nur theoretisch gelehrt wird, sondern an unserer Schule einen hohen praxisbezogenen Stellenwert einnimmt.

…Das dachten sich wohl auch die Schüler und Schülerinnen der 2K, als es in einer Geschichtsstunde im Dezember auf einmal hieß: ,,Zückt eure Buntstifte, jetzt werden wir kreativ!” 

Kreativ? Im Geschichtsunterricht? – Ja! Die Schüler gestalteten griechische Masken, wie sie in den antiken Theatern von den Schauspielern getragen wurden. Bunt und ausdrucksstark waren diese Masken und das wurde von den Schülerinnen und Schülern mit großem Eifer umgesetzt. Das Ankleiden mit langen weißen Tüchern, die um den Körper gewickelt wurden, war schwieriger als gedacht, abschließend konnten aber doch griechische Tragödien dargestellt werden. 

Die Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse haben sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit begeben und die faszinierende Welt der antiken römischen Bauwerke erkundet. In einem kreativen Projekt haben sie in Gruppen Modelle von beeindruckenden Bauten aus der römischen Zeit erstellt.

Mit viel Begeisterung und Engagement setzten sich die Kinder mit der Architektur und den Besonderheiten der römischen Baukunst auseinander. Sie lernten, wie die Römer ihre imposanten Gebäude errichteten, welche Techniken sie verwendeten und welche Bedeutung diese Bauwerke für das damalige Leben hatten.

Von beeindruckenden Aquädukten über majestätische Tempel bis hin zu prächtigen Arenen – die Modelle der Schülerinnen und Schüler spiegeln die Vielfalt und den Einfallsreichtum der römischen Architektur wider. Jedes Modell erzählt eine eigene Geschichte und zeigt, wie die römischen Bauwerke nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch anspruchsvoll waren.

Im Rahmen des Unterrichtsfachs Geschichte und politische Bildung beschäftigte sich die 3K mit dem Absolutismus und dessen bekanntesten Vertreter: Ludwig XIV. Daraufhin hatten Thomas Zeilinger und Sebastian Kranzl die Idee, das Schloss Versailles, also den Wohnort Ludwig XIV., im 3D-Drucker nachzubauen. Kurzerhand entschloss sich Sebastian dazu, die Idee in die Tat umzusetzen und begann damit das Schloss zu entwerfen und dieses auszudrucken. Eine Großteil der Arbeit wurde sogar außerhalb der Unterrichtszeit erledigt – das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Am 23.5. unternahm die 4K im Rahmen des GPB-Unterrichts eine Exkursion in das KZ Mauthausen. 
Einige Gedanken unserer Schüler/innen dazu:

„Mich schockiert, wie man Menschen so qualvoll töten kann und sie dann auch noch in Öfen verbrennt.“

„Ich fand die Fotos, wo überall die toten Menschen lagen, sehr schrecklich.“

„Als wir vor den Öfen gestanden sind, fand ich es ganz arg, dass wir vor den echten Öfen standen, wo Leute verbrannt wurden.“

„Es hat mich sehr berührt, als wir zur Gaskammer gegangen sind. Außerdem hat mich die Klagemauer zum Nachdenken angeregt.“

„Ich hoffe, es passiert nie wieder. Es hat keiner diese Quälerei verdient.“

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Da in dieser Woche die „Wasser-Projektwoche“ an unserer Schule stattfand, besuchten wir an diesem Tag noch das Haubiversum, wo wir selbst ein Mohnstriezerl herstellten und bei einer interessanten Führung durch die Produktion nicht nur verschiedene Brotsorten verkosten durften, sondern auch zu Hefezellen wurden (da wurde uns „heiß-kalt“ gegeben :-))

Am 19. April führte uns eine Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen, gemeinsam mit den Lehrkräften Waltraud Hahn und Ingrid Riedl. 

Unsere Empfindungen und Eindrücke:

„Es war ein komisches Gefühl an dem Ort zu sein, an dem so viel Schreckliches passiert ist.“

„Ein grausamer Anblick waren die Brennöfen, in denen die Leichen verbrannt wurden.“

„Die Nazis haben sich auch noch einen Spaß daraus gemacht, die Juden zu foltern (Todesstiege, Fallschirmspringerwand).“

„Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Gefängnis, doch umso näher man kommt, um so mehr wird einem bewusst, wie viel schrecklicher dieser Ort im Gegensatz zu einem Gefängnis ist.“

„Leider konnten wir die Todesstiege nicht selbst betreten, aber der weite Blick von oben war trotzdem erschreckend.“

„Die Klagemauer mit den Gedenktafeln der Ermordeten aus den vielen verschiedenen Ländern war traurig und einprägsam.“

„Die Geschichte über die Fallschirmspringerwand war schrecklich. Da bekam ich Gänsehaut.“

„Die Exkursion dorthin war gruselig. Ich hatte es mir nicht so groß vorgestellt.“

„Manche Gegenstände wie zum Beispiel die Spritze, die wirklich benutzt wurde, haben mir einen Schauer über den Rücken gehen lassen.“

„Wir haben dort ein Buch mit den Todesursachen von Häftlingen gesehen und die häufigsten Todesursachen waren: Auf der Flucht erschossen oder andere Krankheiten. Es war schrecklich.“

„Die Vorstellung, dass Menschen wirklich in Massen in solchen Baracken leben mussten und unter solchen Bedingungen arbeiten mussten, ist furchtbar.“

 

Die NMS Raabs ist derzeit Schauplatz einer ganz besonderen Ausstellung: Im Rahmen des GPB-Unterrichts konnte Frau Hahn für die Schüler/innen der 4K die Wanderausstellung „Erinnerungen – Zeitzeugen des Holocaust erzählen“ an die Schule bringen. Auf 14 Tafeln werden Themen wie Verfolgung, Flucht und Ausgrenzung von Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs erzählt. Mit QR-Codes erhalten die Schüler/innen einen Link, mit welchem sie einen Zugang zu Videos erhalten, in denen die Zeitzeugen ihre Geschichten erzählen. 

Betroffen standen wir vor den Tafeln, hinter denen sich so viele Schicksale verbergen. 

Dass wir auch Parallelen zu der jetzigen Situation in der Ukraine wiederfinden konnten, hat uns besonders bestürzt gemacht.